Tempo 30 – die unendliche Geschichte

Zu viel Verkehr in Kisdorf

Vielen ist es vielleicht noch gar nicht aufgefallen: seit einigenTagen haben wir tatsächlich Tempo 30 Km/h  im Bereich des Seniorenheimes „Abendsonne“ beginnend kurz nach der Apotheke bis hinter Einmündung Schmiedeberg auf immerhin 100 m Länge (nicht die ursprünglichlich nur genehmigten 50m ).

Beantragt hatte die Gemeinde Tempo 30 in den zwei weiteren Bereichen

  • Ole School (Hortgruppe der Schule „Rappelkiste“) und
  • „Alten- u. Pflegeheim Schröter“ (Segebergerstr. 2).

Im April 2018 hatte die Kreisverkehrsaufsicht (KVA) die Anträge abgelehnt ohne die Änderung der StVO von Dezember 2016 zu berücksichtigen,  nach der im unmittelbaren Bereich von Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen zum Schutz der Betroffenen grundsätzlich Tempo 30 gilt.

Auch eine Begehung am 25.6.18 mit Vertretern der Polizeidirektion Segeberg sowie der KVA konnte an dieser Entscheidung nichts ändern.

Der Verkehrsausschuss  der Gemeinde hat daraufhin beschlossen, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, um die Klagemöglichkeiten gegen diese unsachgemäßen Entscheidungen aus Segeberg auszuloten. Über die Expertise des Anwaltes, die inzwischen vorliegt, soll in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses beraten werden. Der Vollständigkeit halber wird daran erinnert, dass diese Geschwindigkeitsbegrenzungen schon  2014/15  im Zusammenhang mit den Ergebnissen des Lärmgutachtens wegen gesundheitsgefährdenden Lärm im Bereich Sengel/ Dorfstr. beantragt, aber sowohl von KVA als auch dem Landesbetrieb Straßenbau u. Verkehr abgelehnt worden waren.

Nun werden einige sagen, besser ein Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Klar ist: Geschwindigkeitsbegrenzung vor einen Seniorenheim ist nur Stückwerk. Selbst wenn wir noch zwei weitere Abschnitte realisieren könnten, wird das den Verkehrsproblemen im Bereich Dorfstr./ Sengel nicht gerecht.

Tempo 30  für mehr Verkehrssicherheit in den sensiblen Bereichen ist eine Sache, Lärmreduktion durch Geschwindigkeitsbegrenzung im gesamten Bereich der L 233  muss das Endziel sein. Dazu muss umgehend ein neuer Lärmaktionsplan erstellt werden, weil die Zahlen aus aus dem alten Lärmgutachten von 2013/14 nicht mehr aktuell und die Ergebnisse  damals auch von den Behörden angezweifelt wurden.  Ein Grundsatzbeschluss dafür besteht längst, wurde aber wegen der Kisdorf betreffende Umleitungsverkehre wegen langwieriger Strassenbaumassnahmen in Nahe etc. verzögert. Neue Baumassnahmen in Oering können kein Grund für weitere Verzögerungen, weil Kisdorf  hiervon nicht betroffen ist. Die Ausschreibung für ein Lärmkataster,  auf dessen Grundlage dann ein neuer Lärmaktionsplan erstellt werden kann, muss daher umgehend erfolgen. Für weitere Verzögerungen hätten die betroffenen Anwohner kein Verständnis mehr.

Hoffnungen machen Verwaltungsgerichtsurteile aus Baden/ Württenberg, nach denen die Fachbehörden zur Umsetzung von in Lärmaktionsplänen  rechtmässig festgelegten Lärmminderungsmassnahmen verpflichtet sind. Die Weigerung der Umsetzung solcher Lärmminderungsmassnahmen verletze die planende Gemeinde in ihrem Recht auf kommunale Selbstverwaltung.

Fazit:  Auch unendliche Geschichten könnten ein gutes Ende finden!

Vor dem Hintergrund der Kisdorf zusätzlich belastenden LKW- Verkehre durch die Logistikzentren Rewe und Netto in Henstedt- Ulzburg sind diese Massnahmen aber alle zu kurz gedacht, wenn nicht gleichzeitig das Projekt einer Umgehungsstrasse  weiter verfolgt wird.  Verkehrsberuhigung – u. Entlastung Kisdorfs durch  eine Umgehungsstrasse hat die FDP auf ihre Fahnen geschrieben und  in die gemeindlichen Gremien eingebracht. Inzwischen  wird im Rahmen eines „Regionalen Verkehrskonzeptes“  mit den Umlandgemeinden unter Einbeziehung des Kreisplaners nach einer Lösung gesucht. Der Auftrag für ein entsprechendes Verkehrsgutachten ist inzwischen beschlossen.

Ausbau der Gutenberg-Kreuzung

Auswirkungen auf Kisdorf: Planung der Gutenbergkreuzung

Schon lange ist vom Ausbau der Kreuzung Ulzburgerstr. / Hamburgerstr. / Kisdorferfeld der sog. Gutenbergkreuzung die Rede, um dem prognostizierten zusätzlichen Verkehr durch die großen Logistikzentren in Henstedt-Ulzburg Herr zu werden.

Jetzt ist es soweit! Nach Vorstellung der Ausbaupläne mit erweiterten Abbiege-

Spuren wurde am 12.11.18 der Ausbau im Planungsausschuss der Gemeinde Henstedt-Ulzburg mehrheitlich beschlossen. Wohlbemerkt im Wissen, dass hier auf Kisdorfer Gebiet geplant wird! Schön wäre gewesen, sich vorher mit Kisdorf in Verbindung zu setzen, wie es die WHU gefordert hatte. Jetzt wartet unser Bürgermeister auf einen Anruf von Bürgermeister Bauer, dessen Ziel es dem Vernehmen nach ist, einen gemeinsamen Bebauungsplan für dieses Gebiet zu entwickeln. Immerhin will man mit uns sprechen. Dann muss man aber auch substanziell etwas anbieten z.B. Verkehrsentlastung statt noch mehr Verkehr durch ernsthaften Einsatz für Umgehungsstrassenkonzepte.

Genau das hatte Kisdorf schon bei Bekanntwerden der Rewe-Ansiedlung im März/ 2017 gefordert. Das gemeindliche Einvernehmen wurde damals nicht hergestellt u.a, auch mit der Begründung,weil alle geplanten Abbiegespuren über Kisdorfer Gebiet dazu führen, dass die im Kreuzungsbereich wohnenden Kisdorfer Bürger ihre Grundstücke nicht mehr gefahrlos verlassen können.

Mit Erstaunen und Unverständnis wird nun die Stellungnahme unseres neuen Bürgermeisters vernommen, dass nach einem Ausbau der Kreuzung der Verkehr mehr im Fluss sei und damit die Anwohner nicht mehr durch Stausituationen belastet seien. Ob das den betroffenen Bürgern reicht, darf bezweifelt werden. Im Klartext: flüssigerer Verkehr bedeutet noch mehr Verkehr und genau das können wir in Kisdorf nicht gebrauchen! Im Übrigen darf auch bezweifelt werden, ob der Ausbau der vorhandenen Kreuzung wirklich notwendig ist. Vielleicht sollte sich unser Bürgermeister bei den anstehenden Verhandlungen an die Stellungnahmen der Gemeinde Anfang 2017 erinnern. Originalton BM  Wisch: „Was das Kisdorfer Land betrifft, da werden wir auf keinen Fall zustimmen, notfalls muss dann geklagt werden.“

Die Frage steht im Raum, wie weit Henstedt-Ulzburg zu gehen beabsichtigt und  ob es  beim Land tatsächlich ein Enteignungsverfahren einleiten will.

Fazit: Gespräche ja, aber auf Augenhöhe und nicht nach den Motto, friss Vogel oder stirb!

Schon wieder ein Kreisel in Kisdorf?

Kreisverkehr Kisdorf

Erhalt der Wohnqualität ist Lebensqualität und erfordert eine geordnete Ortsentwicklung, die nicht von Fremdinteressen der großen Nachbargemeinden bestimmt, sondern vorrangig an den Bedürfnissen Kisdorfer Bürgerinnen u. Bürger orientiert sein muss. Das erfordert insbesondere Maßnahmen für ein verkehrsberuhigtes Kisdorf, weil der dörfliche Charakter erhalten bleiben soll. Nur so bleibt unser Dorf auch in Zukunft lebenswert.

Kisdorf ist durch die explosionsartig wachsenden Industriegebiete von Henstedt- Ulzburg und Kaltenkirchen von immer mehr Durchgangsverkehr betroffen, den die Bürger nicht mehr bereit sind, hinzunehmen. Die FDP unterstützt daher die Bürgerinitiative „ Lärm macht krank“. Entsprechende Anträge zur Geschwindigkeitsbegrenzung 70km/h auf der Ulzburgerstr. sind bereits eingebracht und beschlossen. Eine Lärmkartierung für den Bereich der Kreisstraßen und der L 233 im Bereich der Wesselkreuzung und zusätzlich Karklohweg ist in Auftrag gegeben. Ein darauf basierender Lärmaktionsplan soll neue Argumente für weitere Geschwindigkeitsreduzierung und ev. Durchfahrtsverbote für große LKWs liefern.

Auf der Agenda stehen immer noch verkehrsberuhigende Maßnahmen an den Ortseingängen insbesondere Ortseingang Ost z. B. weiße Baken als unverwechselbares Zeichen: hier beginnt Kisdorf! Etliche Sponsoren haben sich schon zur Finanzierung bereiterklärt. Nun wird es Zeit, dass es endlich losgeht! Die längst überfällige Verkehrsberuhigung am Kindergarten ist durch Erschließung des Baugebietes Krambekskoppel über den Götzberger Weg trotz vieler Widerstände mit Ortsschildversetzung und Tempo 30Km/h Zone geschafft. Auch hier fehlen noch die geplanten weißen Baken. Einrichtung einer Spielstraße auf Wunsch der Anwohner muss nach erstem abschlägigen Bescheid durch die Kreisverkehrsaufsicht wieder auf die Tagesordnung des Verkehrsausschuss.

Da der Verkehr in den nächsten Jahren immer weiter zunehmen wird, bleiben letztlich nur intelligente Zukunftslösungen, um den Verkehr aus dem Ort herauszuhalten. Wir fordern daher den Erhalt der Option für eine Umgehungsstraße als Ersatz der Ortsdurchfahrt der L233 sowie Anbindung des Verkehrs aus nordöstlicher Richtung an den Kreisel Kisdorf/ Graff in Kaltenkirchen. Eine Maßnahme, die nach einem Gesprächsprotokoll der beteiligten Bürgermeister (Kaltenkirchen, Kisdorf, Oersdorf) vom Mai 2011 als realisierbar weiterverfolgt werden sollte. Passiert ist bisher leider noch nichts.

Beide Vorhaben standen übrigens noch 2008 im Wahlprogramm der CDU!

Nachdem der Kreiselumbau der Wesselkreuzung im März/ 2009 endgültig gescheitert war, wird nun der Umbau nach fünf Jahren von der CDU wieder ins Gespräch gebracht.

Auf Initiative der CDU Landtagsabgeordneten Rathke- Hoffmann und Dornquast hat das Land offenbar eine anteilige Finanzierungszusage gegeben unter der Voraussetzung, dass der Kreis ca. 52% der Kosten übernimmt und die verkehrliche Notwendigkeit gegeben ist.

Offenbar will man vor dem Hintergrund des bevorstehenden A7 Ausbaus Ausweichstrecken auf der Achse Norderstedt/ H. U./ Kaltenkirchen finden. Kisdorf kommt da gerade recht, weil die Hamburgerstr. schon jetzt hoffnungslos überlastet ist. Deshalb soll der Verkehr an der neuralgischen Wesselkreuzung flüssiger werden.

Wir meinen, die Umlandgemeinden vor allem Henstedt-Ulzburg sollen sich um ihre Verkehrsprobleme selber kümmern z. B. durch bessere Ampeltaktung oder langfristig durch Planung von Umgehungstraßen.

Auf den ersten Blick spricht zwar vieles für die Errichtung von Kreiseln. Handfeste Argumente sprechen jedoch gegen den Umbau der Wesselkreuzung:

  • Ein Kreisel soll den Verkehr flüssiger machen, d.h. noch mehr Durchgangs- Verkehr über Kisdorfer Gebiet.
  • Ein Kreisel wird über den Ausbau der A 7 hinaus dazu beitragen, dass die Umgehungsstrecke Kaltenkirchen/ Kisdorf/ H. U./ Norderstedt nach Hamburg als Alternative zur Autobahn dauerhaft wahr- und angenommen wird.
  • Die vorhandene Kreuzung ist durch Fußgängerampeln an Sicherheit durch nichts zu überbieten. Ein Kreisel wird weder Zebrastreifen geschweige denn Ampeln aufweisen. Wir dürfen insbesondere unsere Schulkinder und Senioren nicht vergessen, die hier die Straße zu Fuß überqueren wollen. Gerade vor dem Hintergrund der neuen Nahversorgung Aldi und Edeka ist der Erhalt dieser Ampeln besonders wichtig.

Außerdem wäre es falsch, jede Kreuzung durch einen Kreisel zu ersetzen. An beengten und stark frequentierten Knotenpunkten ist er ebenso wenig Sinnvoll wie außerorts an Verknüpfungen von stark befahrenen Straßen. Hier sind Ampeln leistungsfähiger. Kreisverkehre sind kein Allheilmittel ( ADAC- Motorwelt 2/08). Übrigens: auch beim Ausbau der vielbefahrenen Kreuzung Gutenbergstr./ Hamburgerstr. in H.U. hat man sich seinerzeit für Ampeln und nicht für Kreisel entschieden.

Für uns haben die Anwohner und die Wohnqualität in der Gemeinde absoluten Vorrang vor fließendem Verkehr. Der Umbau zum Kreisverkehr, den die CDU seit Jahren wie ein Mantra vor sich herträgt, muss daher verhindert werden.